Rückblick 2020

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Zentrenbasierte Beobachtungsstudien

Erhebung und Durchführung mono- oder multizentrischer nicht-interventioneller Studien

"Enriched" Studien

Im Rahmen von "Enriched" Studien können die im ADOReg erfassten Behandlungsdaten studienspezifisch ergänzt werden

Datenbank-Studien

Retrospektive Analysen aus dem Datenbestand des ADORegs

Das ADOReg in Zahlen

Patienten im ADOReg

8.454

Patienten in den 5 Teilregistern

7.439

Malignes Melanom

410

Basalzell­karzinom

553

Merkelzell­karzinom

178

Plattenepithel­karzinom

53

Kutanes Lymphom

Studienzentren

59

Versorgungsnahe Daten gewinnen weltweit immer mehr an Bedeutung

Sowohl in den USA, wie auch in Europa gibt es Bestrebungen, die Nutzung von Real World Evidence zu optimieren und Erkenntnisse vermehrt auch aus klinischen Registern zur Versorgungsforschung hinzuzuziehen (vgl. IQWIG, „Rapid Report A19-43“, 10.01.2020). Im deutschen Gesundheitssystem kommt Real World Evidence aus Registerdaten ebenfalls eine immer größer werdende Rolle zu, z.B. zur Heranziehung als Grundlage für die erweiterte Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35 SGB V (vgl. z.B. FDA, Framework for FDA’s Real-World Evidence Program, 2018).

Eine Kooperation mit dem ADOReg und seinem etablierten Expertennetzwerk eignet sich ideal zur Erhebung und Auswertung versorgungsnaher Daten in der Dermatoonkologie

Die Anforderungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) an die Qualität von Behandlungsdaten in klinischen Registern in Deutschland werden im ADOReg auf hohem Niveau umgesetzt. Durch höchste Ansprüche an die Qualität der erfassten Behandlungsdaten liefert das ADOReg bedeutsame Beiträge für die Versorgungs- und Auftragsforschung verschiedenster Stakeholder um für alle Beteiligten im Gesundheitswesen einen positiven Mehrwert zu schaffen.

Basis für die Programmlogik und Datenbank des Registers ist ein Online Qualitätssicherungs‐ und Dokumentationssystem. Verschiedene Maßnahmen gewährleisten die hohe Datenqualität im ADOReg:

Self-Validation & Cross-Validation: Um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten, führt das System automatisch Überprüfungen der vom Dokumentar eingegebenen Daten durch, z.B. ob diese in einem vordefinierten Wertebereich liegen (Self‐Validation). Zudem werden widersprüchliche Dateneingaben identifiziert (Cross‐Validation).

Remote Monitoring & Queries: Zusätzlich zur automatischen Überprüfung der Daten während der Eingabe wird der ADOReg Datenbestand regelmäßig von Monitoren überprüft. Diese werden telefonisch oder in Kampagnen auch vor Ort mit den Dokumentaren abgeklärt.

On-Site Monitoring & Source Data Verification: Um die Qualität des Datenbestands sicherzustellen, können projektspezifisch On-Site Monitorings in den teilnehmenden Zentren durchgeführt werden.

Trainingsmaterial, Schulungen zur Datenerhebung und -erfassung: Das Register ist gut beschrieben und für die Dateneingabe gibt es ein Handbuch. Außerdem werden die Dokumentare in den Zentren mindestens einmal jährlich zur Schulung im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung eingeladen.

Eines der wichtigsten Ziele des Registers ist es, die Patienten über einen langen Zeitraum zu verfolgen. Das bedeutet, zu einem Patienten werden mehrfach Daten zu verschiedenen Zeitpunkten, unterschiedlichen Behandlungskontexten (z.B. Therapiezyklen, Nachsorge oder Folgeerkrankungen) und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch durch unterschiedliche behandelnde Institutionen (z.B. ambulant, stationär, Arztwechsel) eingegeben.

Diese Anforderungen sowie der Bedarf an longitudinalen und institutionsübergreifenden Analysen bilden die Grundlage, der die Datenschutzmaßnahmen gerecht werden müssen. Um die Einhaltung des Datenschutzes gemäß DSG-VO im Rahmen des ADOReg zu gewährleisten, werden mehrere, einander ergänzende technische, vertragliche und organisatorische Maßnahmen ergriffen.

Aus technischer Sicht ist die Trennung von Dateneingabe, Pseudonymisierung und Datenhaltung entscheidend für den Datenschutz. Zentrales Element des Datenschutzes ist dabei der Master‐Patient‐Index (MPI) nach einem anerkannten Verfahren (Mainzellisten-Verfahren). Der MPI ermöglicht die strikte Trennung der Personendaten von den medizinischen Daten sowie eine sichere Pseudonymisierung der medizinischen Daten. Die Sicherheit des Pseudonyms wird dadurch gewährleistet, dass dessen Erstellung an einer unabhängigen dritten Stelle erfolgt. Die Unabhängigkeit dieser Stelle ergibt sich aus der technischen und organisatorischen Trennung von ADOReg sowie den zu Grunde liegenden Verträgen (insbesondere hinsichtlich der Weisungsungebundenheit).

Publikationen

Unser Ziel ist es, dass die in Kooperation mit dem ADOReg durchgeführten Studien in einem peer-reviewed Journal veröffentlicht werden. Bei Fragen zum Publikationsprozess wenden Sie sich gerne direkt an den Akademischen Projektbeirat oder an die Lenkungsgruppe (siehe Ansprechpartner) des ADOReg.

Moritz R. K. C., Gutzmer R., Zimmer L. et al. (2021) SARS-CoV-2 infections in melanoma patients treated with PD-1 inhibitors: A survey of the German ADOREG melanoma registry. European Journal of Cancer. 2021 Feb; 144:382-385. doi:10.1016/j.ejca.2020.11.015

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7699158/

Studienprojekte des ADOReg

Der folgende Bereich bietet eine Übersicht über aktuelle Studienprojekte.

  • Zusammenfassung der Studienziele: Primäres Ziel dieser Studie ist, bei erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Melanom, welche erstmalig eine Nivolumab-Monotherapie oder eine Kombinationstherapie mit Nivolumab/Ipilimumab unter Realbedingungen in Deutschland beginnen, die Wirksamkeit einer Nivolumab/Ipilimumab-Kombination als Erstlinientherapie in Bezug auf das Gesamtüberleben erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem (inoperablem oder metastasiertem) Melanom über einen 5-Jahres-Zeitraum zu ermitteln.

    Bei Patienten, die eine adjuvante Therapie für resezierte Melanome erhalten, besteht das primäre Ziel darin, die Wirksamkeit der adjuvanten Nivolumab Therapie, gemäß der deutschen Zulassung, für rezidiv freies Überleben (RFS) bei erwachsenen Patienten über einen Zeitraum von 5 Jahren unter realen Bedingungen in Deutschland abzuschätzen.

  • Sponsor: Bristol-Myers Squibb Germany
  • Indikation(en): Stadium III/IV Melanom
  • Präparat: Nivolumab Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab
  • Rekrutierungsziel: 1050 Patienten
  • Rekrutierungszeitraum: Dezember 2016 bis November 2020
  • Studienzeitraum: Dezember 2016 bis November 2025
  • Zusammenfassung der Studienziele: Die primären Studienziele sind die Beschreibung der demografischen und klinischen Charakteristika sowie des Behandlungsverlaufs von Patienten, die in einer Therapielinie mit Pembrolizumab behandelt. Außerdem soll die Anwendung von Pembrolizumab, insbesondere Ort der Therapie, Anzahl der Zyklen, Behandlungsdauer und Gründe für das Therapieende in der Versorgung beschrieben werden.
    Sekundäre Ziele der Studie sind die Beschreibung der Tumorantwortrate, der Tumorkontrollrate, des progressionsfreien Überlebens und Gesamtüberlebens stratifiziert nach Therapielinien und nach BRAF-Mutationsstatus in mit Pembrolizumab behandelten Patienten.
  • Sponsor: MSD Merck Sharp & Dohme
  • Indikation(en): Nicht-resektables, fortgeschrittenes Melanom
  • Präparat: Pembrolizumab
  • Rekrutierungsziel: 1000 Patienten
  • Rekrutierungszeitraum: August 2015 bis Dezember 2019
  • Studienzeitraum: August 2014 bis Dezember 2020
  • Zusammenfassung der Studienziele: Ziele der Studie sind die Identifizierung und Validierung molekularer und klinisch-neuartiger Biomarker für das Therapieergebnis bei Patienten mit metastasiertem Melanom. Klinische und molekulare Parameter von Melanompatienten und ihren Tumoren werden im ADOReg erfasst und anschließend mit dem Ergebnis nachfolgender systemischer Therapien hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens, des Gesamtüberlebens und des Therapieansprechens korreliert. Systemische Therapien umfassen alle Arten von derzeit verwendeten Therapien (Tyrosinkinaseinhibitoren, Immuntherapien und Chemotherapien).
  • Sponsor: Universitätsklinikum Essen
  • Indikation(en): Metastasiertes Melanom Stadium III oder IV
  • Rekrutierungsziel: 1000 Patienten
  • Zusammenfassung der Studienziele: Primäre Ziele der Studie sind die Bewertung der Dauer des Therapieansprechens, definiert als Dauer vom ersten dokumentierten Ansprechen bis zur Progression für Patienten mit lokal-fortgeschrittenem Basalzellkarzinom.
    Weitere Studienziele sind die Bewertung der objektiven Ansprechrate, Zeit bis zum Therapieansprechen, Krankheitskontrollrate, Rezidivrate, Zeit bis Progression, progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben und Zeit bis zum Tod.
    Weitere Ziele hinsichtlich der Pharmakovigilanz sind u.a. das Beschreiben und Berichten von Nebenwirkungen. Beschrieben werden u.a. Inzidenz, Risikofaktoren und die Ergebnisse schwerwiegender und nicht-schwerwiegender Nebenwirkungen mit Verdacht auf Assoziierung mit Vismodegib sowie solche mit Verdacht auf Assoziierung mit anderen Therapien, die zu einer Behandlungsanpassung oder -beendigung führen.
  • Sponsor: Universitätsklinikum Essen
  • Indikation(en): Lokal-fortgeschrittenes sowie metastasiertes Basalzellkarzinom (laBCC und mBCC)
  • Präparat: Vismodegib
  • Rekrutierungsziel: 50 Patienten
  • Rekrutierungszeitraum: April 2016 bis Juni 2018
  • Studienzeitraum: April 2016 bis Dezember 2021
  • Zusammenfassung der Studienziele: Ziel dieser Fallregisterstudie ist es, klinisch bedeutsame Daten zur therapeutischen Wirkung von Ipilimumab und anderen Therapien nach der Behandlung mit den Anti-PD-1-Antikörpern Nivolumab und Pembrolizumab bei Patienten mit metastasiertem Melanom zu erheben. Primäres Ziel dieser Studie bei Patienten mit nicht resezektablem/metastasiertem Melanom ist die Beschreibung der objektiven Remissionsrate und Krankheitskontrolle der Ipilimumab-Therapie nach Versagen einer PD-1-Inhibition. Sekundäre Endpunkte der Studie sind die Zeit zur nächsten Therapie, das progressionsfreies Überleben und das Gesamtüberleben bei Patienten, die nach Versagen der PD-1-Antikörpertherapie mit Ipilimumab behandelt wurden im Vergleich zu anderen Behandlungsmodalitäten in Deutschland. Außerdem werden Daten zu behandlungsbedingten Nebenwirkungen, deren Auswirkungen, Sicherheit und zum Behandlungsmuster nach Erstlinien-Anti-PD-1-Therapie für BRAF positive und negative Patienten beschrieben.
  • Sponsor: Elbe Kliniken Buxtehude
  • Indikation(en): Stadium III/IV Melanom
  • Präparat: Ipilimumab
  • Rekrutierungsziel: 200 Patienten
  • Zusammenfassung der Studienziele: Primäre Studienziele sind die Beschreibung relevanter Patienten- und Tumorcharakteristika von Patienten mit einer MZK-Diagnose in Deutschland sowie die Abschätzung von Prävalenzraten und begleitenden Komorbiditäten. Des Weiteren sollen die MZK-bezogenen onkologischen Behandlungen nach Art und Therapielinie seit der initialen MZK-Diagnose beschrieben werden. Für Patienten mit Eintritt ins fortgeschrittene Krankheitsstadium werden zusätzlich die häufigsten Komorbiditäten und Begleitmedikation beschrieben, inkl. der Vormedikationen oder Medikationen zur Behandlung von unerwünschten Nebenwirkungen. Speziell in der Untergruppe der mit Avelumab behandelten, immungeschwächten Patienten werden das Sicherheitsprofil, die Art der Nebenwirkungen, und der Therapieerfolg, insbesondere die Überlebensrate insgesamt als auch pro Therapielinie untersucht. Zusätzlich wird im Rahmen von explorativen Studienzielen das Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil der Therapien bei immungeschwächten Patienten mit dem der immunkompetenten Patienten verglichen, die auch mit Avelumab behandelt wurden. Außerdem werden die Kosten für das Gesundheitssystem, basierend auf der Anzahl MZK-bezogenen Arztbesuche, der Besuche von Notaufnahmen und der Hospitalisierungen bei Patienten mit Eintritt ins fortgeschrittene Krankheitsstadium, geschätzt.
  • Sponsor: Merck Healthcare KGaA
  • Indikation(en): Merkelzellkarzinom
  • Präparat: Avelumab
  • Rekrutierungsziel: 540
  • Rekrutierungszeitraum: April 2019 – Q1 2024
  • Studienzeitraum: Q2 2018-Q4 2024

EU PAS Registernummer EUPAS25338

Ansprechpartner

Lenkungsgruppe des ADOReg

Die Lenkungsgruppe des ADOReg trifft Entscheidungen zu allen relevanten Fragen des Betriebs und der Weiterentwicklung des Registers inkl. Entscheidungen zur Durchführung von Auftragsforschung und akademischer Forschung.

Prof. Dr. med. Dirk Schadendorf

Universitätsklinikum Essen, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
dirk.schadendorf@uk-essen.de
+49 (0) 201 723 4342

Prof. Dr. med. Michael Weichenthal

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Oberarzt & Leiter der Arbeitsgruppe Epidemiologie und Statistik an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
mweichenthal@dermatology.uni-kiel.de
+49 (0) 431 5971537

Prof. Dr. med. Ralf Gutzmer

Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Leiter des Haut-Tumor-Zentrum Hannover (HTZH)
Gutzmer.Ralf@mh-hannover.de
+49 (0) 511 5320

Dr. Gabriele Haas

IQVIA, Senior Principal, Real World Solutions
gabriele.haas@iqvia.com
+49 (0) 69 6604 4883

Der Registerbetrieb und die Basissoftware zur Datenerfassung werden von einem Vertreter der ADO sowie dem zuständigen Mitarbeiter bei IQVIA geleitet. Ziel und Zweck dieser Gruppe sind die Pflege und Optimierung des Basisregisters.

Die Mitglieder leisten einen wichtigen Beitrag zur Registerkoordinierung und -fortentwicklung. Durch ihre Arbeit wurde der Registeraufbau ermöglicht und die wissenschaftlich-hochwertige Qualität des Registers sichergestellt. Bei Interesse an einer akademischen Kooperation mit dem ADOReg wenden Sie sich gerne an untenstehende Ansprechpartner.

Prof. Dr. med. Ulrike Leiter-Stöppke

Leitung der Ambulanz für epitheliale und seltene Hauttumore,
Universitäts-Hautklinik Tübingen
ulrike.leiter@med.uni-tuebingen.de
Tel. +49 (0) 7071 298 4599

Der akademische Projektbeirat wird im Einvernehmen mit dem wissenschaftlichen Beirat von der ADOReg Lenkungsgruppe berufen. Der Beirat prüft und koordiniert Anträge für akademische Projekte. Zusätzliche Informationen bezüglich des Prozesses und des Antragsformulars für akademische Projekte finden Sie im Download-Bereich.

Ihr primärer Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Selma Ugurel

Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Essen
selma.ugurel@uk-essen.de
+49 (0) 201 723 4714

Prof. Dr. med. Ulrike Leiter-Stöppke

Leitung der Ambulanz für epitheliale und seltene Hauttumore,
Universitäts-Hautklinik Tübingen
ulrike.leiter@med.uni-tuebingen.de
Tel. +49 (0) 7071 298 4599

Kontakt

Sie haben ein generelles Anliegen oder eine spezielle Anfrage? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf und schreiben Sie uns eine E-Mail an support@adoreg.de.
Support: +49 30 800 930 8-50
Büro allgemein: +49 30 800 930 8-30